Details: die Treiber hinter der Vorhersage Malcesine

Auf dieser Seite sind die wesentlichen Treiber für das Windsystem am See als Vorhersage für die nächsten 4 Tage dargestellt. So funktioniert die Vorhersage

Die gestrichelten Linien sind Grenzwerte, die wir durch eine Auswertung unserer Messdaten identifizieren konnten. Beim Druckgradienten weht der Wind in der Regel, wenn die Vorhersage die Linie erreicht: die Ora oberhalb der grünen, der Pelér unterhalb der blauen Linie. Bei der Sonne ist die Linie eine Voraussetzung: Die Ora braucht Sonne oberhalb der Linie. Ist das nicht erfüllt, ist in der Regel kein Windtag zu erwarten.

‹ VortagFolgetag ›Heute
Mi 28.10.Windtag 76 %PelérOra
Do 29.10.Big Day 64 %PelérOra
Fr 30.10.Big Day 56 %PelérOra
Sa 31.10.Big Day 84 %PelérOra

Wind: Vorhersage und Messung

↔ zum Blättern im Diagramm wischen

Windsysteme an diesem Spot

Am Gardasee gibt es zwei Hauptwinde. Am Morgen weht aus Norden der Pelér. Er entsteht nachts, wenn die Berge im Norden stärker abkühlen als die Po-Ebene. Die kalte, schwere Luft fließt dann durch die Täler über den See nach Süden. Am Nachmittag weht aus Süden die Ora, ein thermischer Wind, der an sonnigen Tagen entsteht, wenn sich die Alpentäler aufheizen.

Wir sagen beide Winde getrennt vorher. Das Label am Tag zeigt, welcher Wind erwartet wird.

Die Treiber

Antrieb Ora & Pelér (Druckgradient)

Der Druckgradient ist der Luftdruck in der Po-Ebene (Ghedi bei Brescia) minus Luftdruck in Bozen. Die Differenz des Luftdrucks ist der wichtigste Antrieb für Ora und Pelér.

Wie die Differenz entsteht:

Tagsüber wird es in den Alpentälern wärmer als in der Po-Ebene. Die zur Sonne geneigten Hänge bekommen die Sonnenstrahlen steiler ab und heizen sich dadurch stärker auf als die Ebene. Dazu kommt, dass in den engen Tälern weniger Luft ist, die erwärmt werden muss. Durch die Erwärmung steigt die Luft auf, der Luftdruck sinkt, eine Luftdruckdifferenz entsteht.

Der natürliche Weg ist, die Differenz auszugleichen. Die Luft aus der Ebene strömt in die Täler nach. Das ist der Wind, den wir alle wollen: die Ora, ein Südwind, der von Süden über den See weht (Wert positiv, hell, oben).

Nachts ist es umgekehrt. Die Berge kühlen stärker ab als die Ebene, die kalte, schwere Luft fließt von Norden durch die Täler über den See: der Pelér, ein Nordwind (Wert negativ, dunkel, unten).

Je größer der Unterschied, desto kräftiger der Wind. In unseren Messungen weht der Pelér als Windtag in Malcesine ab etwa −1,4 hPa in mehr als der Hälfte der Stunden zwischen 4 und 11 Uhr (gestrichelte Linie). Die Ora weht an den Gardasee-Spots ab etwa +2,9 hPa in mehr als der Hälfte der Stunden zwischen 12 und 19 Uhr (gestrichelte Linie).

Nordföhn: Druckunterschied Innsbruck−Bozen

Berechnet und dargestellt wird der Luftdruck in Innsbruck minus Luftdruck in Bozen, also nördlich minus südlich des Alpenhauptkamms. Ist der Wert positiv (hell, oben), ist der Druck im Norden höher und die Luft drängt von Norden über die Alpen. Ab etwa +3 hPa kommt Nordföhn in den nördlichen Tälern Südtirols durch, ab etwa +6 hPa reicht er bis Bozen. Am Gardasee kommt er selten an und ist dann wie für Föhn üblich sehr böig. In unseren Messungen in Malcesine wehte ab etwa +7 hPa in 50 % der Morgenstunden Wind mit mindestens 11 Knoten aus Nord, darunter in 27 %.

Ora-Antrieb: Sonne in den Bergen

Die Sonne ist der Antrieb für alles. Ohne Sonne gibt es keine Erwärmung, damit keine Luftdruckdifferenz und keinen Wind.

Dargestellt wird die vorhergesagte Sonneneinstrahlung im Etschtal bei Trento, nördlich des Sees (Fläche), und gestrichelt die Einstrahlung, die dort bei klarem Himmel möglich wäre. Je kleiner der Abstand, desto weniger Wolken. Die Sonne in den Bergen liefert die Wärme, aus der der Druckunterschied für die Ora entsteht (siehe Druckgradient). Ziehen dort mittags Wolken auf, fehlt der Antrieb und die Ora wird schwächer. In unseren Messungen in Malcesine gab es unter etwa 50 % der möglichen Sonne so gut wie nie Ora (gepunktete Linie).

Temperaturgradient Etschtal−Gardasee

Berechnet und dargestellt wird die Lufttemperatur im Etschtal bei Trento minus der Lufttemperatur am Gardasee. Ist es im Norden wärmer (hell, oben), steigt dort Luft auf und vom Gardasee strömt Luft nach: Das hilft der Ora am Nachmittag. Ist es im Norden kälter (dunkel, unten), fließt die kalte, schwere Luft aus den Bergen zum See: Das hilft dem Pelér nachts und am Morgen. In unseren Messungen in Malcesine wehte die Ora in 12 % der Nachmittagsstunden, wenn es im Norden mehr als 2 Grad wärmer war, und nur in 1 %, solange es im Norden kälter war als am See.

Höhenwind 700 hPa

Berechnet und dargestellt wird der Wind in etwa 3 km Höhe (700 hPa) über dem See: nach oben der Anteil aus Norden, nach unten der Anteil aus Süden, dazu die Richtung (rechte Achse).

Die Ora entsteht aus der Erwärmung der Täler und braucht dafür Ruhe in der Höhe. Weht es dort kräftig aus Süden, kommt sie kaum zustande. In unseren Messungen in Malcesine gab es bei mehr als etwa 10 kn Süd so gut wie nie Ora (gestrichelte Linie).

Kräftiger Nordwind in der Höhe schiebt dagegen den Pelér an. In unseren Messungen in Malcesine wehte der Pelér ab etwa 20 Knoten Nordwind in der Höhe in 44 % der Morgenstunden, sonst in 28 %.

Wetterdaten: Open-Meteo.com (CC BY 4.0), Modelle u.a. DWD ICON – modifiziert (MOS-Windvorhersage) durch addicted-sports. · Open-Meteo.com

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