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Übernachtungstipps für Autocamper im Winter

Gerade in den Wintermonaten gibt es immer wieder Perioden mit gutem Wind und Wellen, speziell am Mittelmeer, aber auch am Atlantik und an der Nord- und Ostsee. Die Temperaturen, besonders in südlicheren Gegenden sind deutlich angenehmer als Zuhause und die Strände deutlich leerer. Selbst wenn die eigenen finanziellen Ressourcen ausreichend sind, mangelt es in der Winterzeit meistens an geöffneten Unterkünften und Campingplätzen.  Wir geben euch einige Tipps und Tricks, wie man einigermaßen komfortabel im eigenen Fahrzeug übernachten kann und wie man auch mehrere Tage hintereinander daran Spaß hat.

Was sollte dabei sein?

Wer eine vernünftige (Schlaf-)Ausstattung dabei hat, braucht auch kühle Nächte im Auto nicht fürchten. Absolut wichtig sind ein guter Schlafsack, mit Komfortbereich bis mindestens minus 5°, eine einfache Kunststoffmatte als Wärmeschicht, und zusätzlich eine gut isolierende Unterlage. Zwei Unterlagen deshalb, weil der Schlafsack in den Bereichen die vom Körpergewicht zusammengedrückt werden kaum mehr Wärme erzeugt. Die Kombination von einfacher Isomatte und einer aufblasbaren, bzw. luftgefüllten Unterlage (z.b. Therm-A-Rest) und einem guten Schlafsack hat sich bewährt. Noch komfortabler geht es, wenn man in sein Fahrzeug eine „richtige“ Matratze legen kann. Hierbei ist lediglich darauf zu achten, dass die Unterlage auch von unten etwas durchlüftet werden kann, sonst kann sie durch Kondenswasser feucht werden.

Ortssuche

Eine wesentliche Frage für den Autocamper ist der Ort, an dem man es sich im Auto bequem macht bzw. machen kann. Die Parkplätze direkt am Spot sind nicht immer eine gute Option, gerade wenn mehrere auf die gleiche Idee kommen. Außerhalb von Orten geht das noch am ehesten, wichtig ist jedenfalls dass es nach „Übernachtung“ und nicht nach „Camping“ aussieht. Tische, Stühle und evtl. auch noch ein Grill vor dem Fahrzeug verbessern die Chancen von den Ordnungshütern vertrieben zu werden jedenfalls enorm.

Die Parkplätze von Gasthäusern und Restaurants bieten mit Toiletten etwas Infrastruktur, allerdings sollte man auch Gast gewesen sein. Dass man sich die Erlaubnis zum Übernachten auf dem Parkplatz beim Besitzer eingeholt hat, sollte selbstverständlich sein.

Weitere Möglichkeiten findet man auf den Parkplätzen von örtlichen Sehenswürdigkeiten, Sportplätzen, Supermärkten oder speziell am Wochenende in Industriegebieten. Jedoch soll der Platz gut gewählt sein, will man nicht von Durchgangsverkehr, sehr frühem Lieferverkehr oder von Liebespaaren auf der Suche nach romantischer Abgeschiedenheit, gestört werden. Abhängig von der Gegend, in der man ist, sollte man sich auch über das Diebstahlsrisiko oder der Gefahr eines Überfalls Gedanken machen.

In Deutschland, Italien und Frankreich ist es erlaubt, bzw. geduldet, dass der Fahrer „zur Herstellung der Fahrtüchtigkeit“ in seinem Fahrzeug für eine Nacht an einem Ort schläft. Auf Privatgrundstücken hat generell der Eigentümer, bzw. dessen Vertreter das Hausrecht, seinen Anweisungen ist Folge zu leisten. Das ist etwa bei Supermärkten auch der Hausmeister, Nachtwächter o.ä.!

Das Schlafgemach

Wer leicht friert, kann im Schlafsack – entgegen einer weit verbreiteten Meinung – auch Kleidung tragen. Baumwolle sollte man jedoch vermeiden, sie nimmt Feuchtigkeit auf und wird feucht dann sehr kalt. Bei sehr niedrigen Temperaturen schadet auch eine Mütze nicht, um den Wärmeverlust über den Kopf zu verringern. Eine zusätzliche Decke über dem Schlafsack erhöht nochmals die Wärmeleistung, durch die Verlegung des Taupunktes nach außen, bleibt der Schlafsack trocken.  Speziell bei  Daunenschlafsäcken wichtig, wenn es in der zweiten Nacht auch noch kuschelig warm sein soll.

Eine Taschen- oder Stirnlampe in Griffnähe erspart einem nächtliches herumsuchen und herumstolpern, wenn man das Auto in der Dunkelheit verlässt.

Schwierigkeiten bereitet es meist seinen Neoprenanzug wieder trocken zu bekommen. In jedem Fall sollte man den Anzug nach Gebrauch auf einem Bügel aufhängen. Wenn man den Anzug eine Zeitlang draußen hängen lassen kann, trocknet er auch bei niedrigen Temperaturen, jedenfalls deutlich besser als im Auto, in dem die Luftzirkulation doch sehr begrenzt ist.

Speziell dann, wenn man plant mehrere Nächte im Auto zu verbringen, ist es wichtig darauf zu achten, dass Kleidung, Schlafsack und auch das Auto möglichst trocken bleiben. Wenn es das Wetter zulässt, das Auto in der Sonne parken und Schlafsäcke, Bekleidung etc. offen auf die Vordersitze legen. Etwas durchlüften des Fahrzeugs am Morgen vertreibt ebenfalls die Feuchtigkeit.

Vor und nach der Session

Auch bei denen, die praktisch nicht vor Sonnenuntergang vom Wasser gehen, endet der Surftag irgendwann zwischen 16 und 17 Uhr – also noch deutlich vor der Schlafenszeit. Auch wenn es im Geldbeutel Löcher gibt – es empfiehlt sich nach der Session in ein Gasthaus zu gehen und wieder ausreichend Kalorien zu sich zu nehmen. Hier verbringt man die Zeit bis zur Nachtruhe im  angenehm Warmen und kann sich gesättigt auf die Nacht freuen.

Auch ein Frühstück in einem örtlichen Café oder Bistro sind ein sehr guter Start in den Tag. Die Filialen des amerikanischen Hamburgerbraters bieten fast überall kostenfreies W-LAN an, für die, die ohne Internet nicht auskommen.

Wessen Fahrzeug etwas größer und damit komfortabler ist, kann auch im Fahrzeug kochen und essen. Beim kochen sollte man aber auf ausreichende Belüftung achten. Je kühler es ist, umso ungemütlicher kann das bei offenen Türen aber auch werden. Alternativ, alle möglichen Arten von „Take away-Food“, z.B. findet man in Frankreich vielerorts mobile Pizzawagen.

Auch wenn die weit verbreiteten „Camping verboten“-Schilder überwiegend wegen der Sommertouristen aufgestellt werden, sollte man sie nicht vollkommen ignorieren. Da es im Winter nur selten Wildcamper gibt und die örtlichen Campingplätze meist geschlossen sind, hat man jedoch fast nie Konflikte mit den Gesetzeshütern.

Trotzdem sollte man Ärger mit den Behörden bzw. Behördenvertretern vermeiden. Freundlichkeit, nettes und zurückhaltendes Verhalten, ebensolcher Kontakt mit den Einheimischen sind Garanten für gute Erfahrungen bei jedem Trip. Dass man seinen Müll mitnimmt und ordentlich entsorgt, Parkverbote beachtet und  private Zufahrten nicht blockiert sind selbstverständlich. Schließlich möchte man wiederkommen und als Gast,  nicht als Plage angesehen werden.