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Windsurfsegel trimmen - Cambersegel

So mancher schreckt vor dem Kauf eines Cambersegels zurück, weil er befürchtet, dass der Aufbau der Segel recht kompliziert und aufwendig ist. Mit der richtigen Technik, lassen sich moderne Race- und Slalomsegel sehr leicht aufbauen. Mit ein wenig Übung braucht man dafür nicht länger als für ein NoCam-Segel.

Bei Segeln mit breiter Masttasche (auf unseren Bildern ein Neil Pryde RS Racing) wird der Mast oberhalb der Camber in die Masttasche geschoben. Anschließend wird das Vorliek leicht gespannt, etwa 10 cm weniger als für den endgültigen Trimm angegeben. Der Mast wird im Bereich der Gabelaussparung sichtbar. Nun wird der Gabelbaum am Mast montiert, dadurch dass auf der Masttasche nur wenig Spannung ist, geht das recht leicht. Nun wird das Schothorn etwas vorgespannt, etwa 5 Zentimeter weniger, als für den endgültigen Trimm angegeben.

Jetzt wird das Vorliek wieder gelöst, auf der Masttasche ist nunmehr fast keine Spannung mehr. Dadurch lassen sich die einzelnen Camber sehr leicht an den Mast anklappen. Mit einer Hand greifst  Du durch den geöffneten Reißverschluss und drückst direkt auf die Segellatte. Mit der anderen Hand drückst Du den Camber von unten auf dem Mast. Beginne mit dem untersten Camber und gehe dann weiter Richtung Segeltop.

Besonders moderne Race- und Slalomsegel werden mit „loose leech“ gefahren, das heißt, das Achterliek (die Hinterkante) der Segel  ist im oberen Bereich schlabbrig. Hierzu benötigen die Segel viel Vorliekspannung. Zum trimmen des Segels setzt man sich vor das Segel. Mit geradem Rücken drückt man das Rigg von sich weg, die Kraft kommt hauptsächlich aus der Beinstreckung. Vorsicht – keinesfalls nur aus dem Rücken und den Armen heraus ziehen! Dabei werden die Bandscheiben stark belastet, wer das zu oft macht geht zum Orthopäden und nicht zum surfen!
Um den Tampen während des Trimmens gut  festhalten zu können, kann man eine Trimmhilfe verwenden. Oder eine solide Schlaufe mit einem Palstek herstellen. In die Schlaufe kann man entweder mit einer Hand hineingreifen, oder eine Mastverlängerung oder einen Trapezhaken als „Griff“ verwenden.
Wichtig dabei: Nie mit dem Trapezhaken selber trimmen, sprich die Schnur daran befestigen. Den Haken zieht es zusammen, die Schweissnaht bekommt einen Riss und der Haken bricht nach einer Weile...  Wenn man Pech hat nur an einer Seite und dann fädelt man in den Trapeztampen beim Sturz ein...
Also immer nur das Rohr des Hakens benutzen!

Beim trimmen können sich die Camber am Mast etwas verkanten, in der Folge kann der Camber auch brechen. Achte deshalb beim trimmen des Vorlieks darauf, dass Du den Camber, sollte er etwas verkantet sein, mit der Hand wieder gerade auf dem Mast ausrichtest, bevor Du das Vorliek weiter durchsetzt. Schließe die Camberreißverschlüsse wenn Du mit dem Trimmen des Segels fertig bist.

Die optimale Vorliekspannung trägt entscheidend zur Leistungsfähigkeit Deines Segels bei. Es gibt zwei Möglichkeiten, den korrekten Vorliekstrimm zu überprüfen.
Wenn Du vom Segelhals Richtung Segeltopp schaust, sollte vom Achterliek aus etwa 2/3  bis ¾ der Segelbahn zwischen den obersten beiden Segellatten ganz locker sein.

Wenn Du Vom Schothorn aus das Achterliek seines Segels anschaust, sollten die ersten beiden Latten oberhalb des Gabelbaums leicht nach oben stehen, während die dritte Segellatte und das Achterliek dann in sanften Wellen bis zur vierten Segellatte nach unten fallen. Oberhalb der vierten Segellatte ist das Achterliek dann ganz locker.

Ein Segel mit zu geringer Vorliekspannung hat im Topbereich ein strammes Achterliek. Ein so aufgeriggtes Segel fühlt sich auf dem Wasser schwer an, wird nicht richtig schnell, hat einen sehr kleinen Windeinsatzbereich  und wird bei zunehmendem Wind  sehr schwer zu kontrollieren. Wer sein Segel nur mit Handkraft ohne Trimmkurbel aufbaut, kann weder das Segel noch den Mast zerstören.
Aber Vorsicht, an einem Segel einfach so stark anzuziehen wie es geht, ist keine gute Lösung. Ein Segel mit zu starker Vorliekspannung fährt auch nicht gut. Zu starke Vorliekspannung erkennt man an einem sehr offenen, lockeren Achterliek. Die Falten im Segel verlaufen hierbei bis hin zur Masttasche. Der Fußbereich des Segels (in etwa in Höhe des Gabelbaums) ist extrem flach. Ein so aufgeriggtes Segel entwickelt sehr wenig Vortrieb, das Achterliek flattert auf dem Wasser und es fühlt sich insgesamt unruhig an.
Die richtige Schothornspannung ist ebenfalls sehr wichtig. Mit zwei Fingern zieht man den Tampen leicht an bis er sich spannt. Bei den meisten Cambersegeln ist das der Leichtwindtrimm. Abhängig von der Windstärke,  wird die Schothornspannung dann um bis zu 3 cm erhöht. Ideal ist die Einstellung, wenn das Segel im optimalen Windbereich den Gabelbaum gerade eben berührt. Wenn der Wind abnimmt, löse die Schothornspannung so weit, bis das Segel auf der Leeseite bis in Höhe der Trapeztampen am Gabelbaum anliegt. Trimme das Schothorn bei zunehmendem Wind keinesfalls zu stark, dadurch verliert Dein Segel an Leistung. Durch den Leistungsverlust erhält Dein Board weniger Vortrieb, die Kontrolle über das Board wird schwieriger.
Wenn Du die Gabelbaumhöhe eines fertig getrimmten Segels veränderst, veränderst Du auch die Schothornspannung.  Verschiebst Du beispielsweise den Gabelbaum von ganz oben, zur Mitte des Gabelbaumausschnitts, ziehst Du dadurch das Segel flacher.  Grundsätzlich solltest Du die Höhe des Gabelbaums nach Deiner persönlichen Vorliebe einstellen. Eine höhere Gabelbaumposition verbessert früheres Angleiten und ermöglicht besseres Höhelaufen. Eine tiefere Gabelbaumposition verbessert die Riggkontrolle bei Starkwind oder auch bei schwierigeren,  kabbeligen Bedingungen.

Beim  abriggen eines Cambersegels öffnest Du die Camberreißverschlüsse und löst die Vorliekspannung. Nun kannst Du die Camber mit der Hand vom Mast herunterdrücken, dann erhöhst Du nochmal leicht die Vorliekspannung und löst anschließend den Gabelbaum vom Mast. Wenn Du erst den Gabelbaum entfernst und dann die Vorliekspannung löst, springen die Camber einzeln vom Mast ab, hierbei werden die Lattenspitzen stark belastet, unter Umständen können sie nach längerem Gebrauch des Segels auch brechen.